Gemeinde Basthorst

 

Gemeinde Basthorst

Gemeinde Basthorst(Foto: Marc Möller)
Auch wenn es schon seit über 800 Jahren ein Dorfleben gibt, wurde Basthorst erstmalig offiziell am 29. März 1278 in einer Urkunde ernannt (man geht aber davon aus, dass bereits mindestens 35 Jahre vorher die Existenz begann). Basthorst entstand während der deutschen Kolonisation Holsteins und Lauenburgs. Auf dem Land hatte seit etwa 700 n. Chr. eine slawische Bevölkerung gesessen, die jetzt auf Randlagen verdrängt wurde. Zugleich entstanden zahlreiche neue Dörfer mit deutscher Bevölkerung. Eines dieser Dörfer war Basthorst. Seit 1390 ist die Adelsfamilie Schack in Basthorst nachweisbar, ein Vorfahr dieser Familie "Schack de Bardewic" (gemeint ist Bardowick bei Lüneburg) wurde bereits 1162 erwähnt und gehörte wahrscheinlich zu den Lokatoren, die die Gegend um Basthorst besiedelten. Ein Lokator war ein mittelalterlicher "Siedlungsunternehmer", der gegen Entlohnung, z.B. in Form eines Gutes, im Auftrag eines Landes- oder Grundherren, Neusiedlungen plante und durchführte.

1983 legte sich das Dorf ein eigenes Wappen zu, welches an die verpflichtende Vergangenheit erinnert. In seiner rechten Hälfte zeigt es einen weissen Pferdekopf. Er ist Teilstück des springenden Schimmels, der das Schild der niedersächsischen Herzöge zierte. Zunächst nach dem Wiener Kongress 1815 und dann nach den dänischen Kriegen war Lauenburg endgültig von seinen niedersächsischen Herrschern abgetrennt worden. Dieser Pferdekopf, der seit 1815 äusseres Symbol des Kreises Herzogtum Lauenburg ist, erinnert an diese Trennung. Im linken Teil sehen wir eine Lilie, die das Wappenzeichen der Schacks ist. Sie waren im 12. Jahrhundert als Kampfgefährten Heinrichs des Löwen in den nordelbischen Raum gekommen und hatten als Burgmannen, Grundbesitzer, Domherren, Berater und zeugen vieler wichtiger Handlungen massgebenden Einfluss auf die Geschicke des alten Herzogtums genommen. Die beiden Wappenteile werden durch ein schmales, grünes Rautenband getrennt. Es ist dem Wappen der in Lauenburg bis 1689 regierenden Herzöge aus dem Haus Askanien entnommen; sie erhielten es von Kaiser Friedrich I. als Zeichen der herzoglichen Würde. Das Band mit dem grünen Fruchtbarkeitssymbol des Rautenkranzes dazwischen soll mehr verbinden als trennen. Es besagt, dass wir uns voller Hoffung und ohne Angst der Gegenwart und Zukunft stellen sollen.

In Basthorst wohnen zum heutigen Zeitpunkt ca. 400 Einwohner, darunter noch einige Landwirte, der Gasthof Hamester, die Gaststätte Scharfenberg und das Gut Basthorst. Die lange Markttradition aus der Geschichte wurde durch Enno v. Ruffin wieder aufgegriffen und mit Erfolg und Zuschauerrekorden umgesetzt. Basthorst war schon frühzeitig ein autarkes geschlossendes System, in dem alle Gewerke von der Brennerei, Brauerei, Meierei bis hin zum Reetmacher, Stellmacher und Schmied vorzufinden waren. Heute finden auf Gut Basthorst eine Vielzahl von Märkten und Events statt und auch die ansässige Geschäftskultur ist abwechslungsreich und breit gestreut.